Corporate Blogs: Juristische Fallstricke

Unternehmen, die  ein  Corporate Weblog starten wollen, müssen sich auch mit den juristischen Aspekten dieses neuen Kommunikationskanals beschäftigen.  Sabine Grapentin, Leiterin des Arbeitskreises Recht  im  Bundesverband Digitale Wirtschaft  (BVDW) hat dazu eine  Präsentation ins Netz gestellt, die sich  mit den rechtlichen Rahmenbedingungen  von  Firmenblogs beschäftigt  und die  hier  kostenlos als PDF heruntergeladen werden kann. Unter anderem heißt es darin:

  • Unternehmen sollten bei der Einrichtung von Corporate Blogs darauf  achten, dass, wenn ein Nutzer „über die Stränge schlägt“, sich rechtliche  Risiken ergeben
  • Die spezifische Gestaltung von Weblogs sowie deren starke Verbreitung undlangfristige Archivierung gewähren ggf. auch Einblicke in die Persönlichkeit des  jeweiligen Bloggers, die sich nachträglich nur schwer beseitigen lassen
  • Jeder Blogger sollte aus Gründen des Selbstdatenschutzes genau überlegen,  was und wie er formuliert

via  off the record

 

Blogger Relations – eine neue Disziplin

Je  mehr die Bedeutung von Weblogs in der öffentlichen Meinungsbildung zunimmt, desto  intensiver müssen sich auch die PR-Agenturen mit dieser Zielgruppe beschäftigen. „Blogger Relations“ heißt dazu das Stichwort.  Olaf Nitz  hat dazu eine sehr interessante Diplomarbeit geschrieben, die  er nun auf 14 Seiten zusammengefasst und thematisch etwas zugespitzt hat. Das PDF kann  hier  kostenlos heruntergeladen werden.

Seine Hauptaussage: Es ergeben sich durch Blogs neue Aufgaben für die Unternehmenskommunikation, die in drei Kategorien zusammengefasst werden können.

  1. Zuhören: Durch Blog Monitoring erfahren, was die Blogosphäre zu sagen hat
  2. Verstehen: Durch Analyse Blogs und Blogger bewerten können
  3. Handeln: Blogger Relations-Strategien

Auf dem Barcamp in Kärnten hat  der  Autor  außerdem einen Vortrag „Blogger Relations – Neue Aufgaben für die Unternehmenskommunikation – 10 Wahrheiten“ gehalten. Die Folien  können auf  slideshare  ebenfalls heruntergeladen werden.

Alles zusammen eine interessante Lektüre.

 

Forrester Research empfiehlt Corporate Weblogs

Obwohl sich der Nutzen nur schwer quantifizieren lässt – für Corporate Weblogs sprechen nach Ansicht der Analysten von Forrester Research  auch etliche geschäftsrelevante Argumente. Besonders beim Marketing – so die Studie „The ROI Of Blogging“  lassen sich große Nutzenpotenziale finden. So berichten laut den Analysten viele Anwender seit dem Einsatz von Blogs von einer stärkeren Präsenz ihrer Marke in den Mainstream-Medien und im Web. Die Folge: ein Anwachsen der Umsätze. Für die Studie wurden US-Firmen mit eigenen Blogs befragt, darunter BMC Software, Dell, Hewlett-Packard, Microsoft, Southwest Airlines, Starwood Hotels & Resorts, Sun Microsystems, Verizon und Wells Fargo.

Weiterhin sorgen Weblogs laut Forrester dafür, dass  Unternehmen ein besseres Feedback von ihren Kunden erhalten und diese stärker an sich binden können. So gebe z.B.  Microsoft in den Blogs auf  seiner Channel-9-Website einen Einblick in den Entwicklungsprozess. Nicht  nur vier  Millionen User pro Monat sprächen für das große Interesse an diesem Kommunikationskanal. Nach Angaben von Microsoft haben seit dieser „neuen Offenheit“ auch die kritischen Stimmen im Internet gegenüber der Gates-Company deutlich abgenommen.

Der Blogging-Nutzen ließe sich in diesem Fall sogar quantifizieren: Nämlich durch den Kostenvergleich der Blogging-Technologien mit anderen Werkzeugen, mit denen sich vier Millionen potenzielle Kunden ansprechen lassen. Der große Vorteil der Weblogs: Sie sind einfach zu nutzen. Laut Forrester Research braucht es nur 30 Minuten bis eine Stunde, um einen Mitarbeiter mit einer Blogging-Plattform vertraut zu machen.

Die Analysten empfehlen Unternehmen in ihrer Studie, sich aber nicht nur auf das Schreiben von Corporate Weblogs zu beschränken. Ebenso müsste eine entsprechende Strategie auch die Analyse anderer Blogs mit einbeziehen. Dazu sollten die Verantwortlichen unter anderem freie Monitoringwerkzeuge wie „Google Blog Search“ verwenden. Insgesamt schlagen die Marktforscher ein Drei-Stufen-Modell vor, um den ROI von Corporate Weblogs konkret zu berechnen.

Firmen brauchen Frühwarnsysteme

Gestern war im Handelsblatt ein interessanter Artikel zum Thema Krisenkommunikation zu lesen. „Die Unternehmen sind durch die Verbreitung des Internets wesentlich anfälliger geworden„, heißt es darin. Denn die Aktivisten seien nicht mehr so stark darauf angewiesen, dass Journalisten sich für ihre Themen interessieren – sie könnten sich im Netz Mitstreiter suchen und ihre eigene Öffentlichkeit schaffen. Das Blatt   zitiert Frank Roselieb, Leiter des Kieler Instituts für Krisenforschung. Der schätzt, dass mittlerweile jede zweite Krise direkt oder indirekt mit dem Internet verbunden ist.“Doch selbst die Öffentlichkeitsarbeiter der Großunternehmen tun sich bislang schwer damit, den neuen Krisenherd in den Griff zu bekommen„, schreibt das Blatt. So durchkämme kaum eine der Firmen systematisch Diskussionsforen, Weblogs und Verbraucherseiten nach Kritik und Protestaufrufen. Dadurch verpassten sie die Chance, schwelende Krisen frühzeitig zu erkennen, denn als Frühwarnsystem könne das Internet sehr nützlich sein.

Längst nicht alle negativen Beiträge können jedoch den Unternehmen gefährlich werden. Roselieb rät den Firmen deshalb, nicht auf jede Kritik zu reagieren: „Sonst machen sie nichts anderes mehr.“ Zudem werteten Konzerne die unzähligen Blogger, die nur von einer Hand voll Leuten gelesen werden, durch eine Reaktion unnötig auf.

Auch eigene Weblogs oder Diskussionsforen bieten bislang nur wenige Unternehmen an. Eine vergebene Chance. Denn dadurch könnten sie ihre Bereitschaft demonstrieren, sich kritische Meinungen anzuhören. Zugleich könnten sie ihre eigenen Argumente vorbringen und die Kritiker damit möglicherweise besänftigen. „Allerdings müssen die Unternehmen auf die Kritik auch tatsächlich eingehen, damit das Angebot zum Dialog glaubwürdig ist“, schreibt das Blatt.

Corporate Weblogs: Was man besser nicht tun sollte

Thomas Pleil stellt im  Textdepot  fünf „Dont’s“ für das Corporate Blogging vor:

  1. Pseudonym bloggen
  2. Keine “About”-Seite
  3. Kein Start-Posting
  4. Kein Impressum
  5. Technische Spielereien

Ebenfalls fünf Punkte nennt die Studie „Blogging Success“ der Northeastern University und der Firma Backbone Media Inc. „In order to identify the elements of a successful blog, the research team interviewed  twenty corporate bloggersfrom companies of varied size and industry, and asked each blogger a series of standardized questions. Only bloggers who had been blogging for over one year and considered their blogging efforts successful were eligible to participate„, heißt es.

Die fünf Faktoren, die in der Studie herausgefunden wurden, sind:

  1. Kultur
  2. Transparenz
  3. Zeit
  4. Dialog
  5. Unterhaltender Stil und Personalisierung

Hier gibt es die Studie (inkl. der 20 Fallstudien) als  Executive Summary  oder komplett zum  Download.