Keine PR für Stützstrümpfe

Heute bringt  Spiegel online  einen recht informativen Bericht über den PR-Beruf und wie man darin Fuß fassen kann. Mal abgesehen von der marktschreierischen Überschrift („Schule der Dampfplauderer“), die durch den Text auch gar nicht abgedeckt wird, liest sich der Artikel ganz gut. Über solche Aussagen wie „Nach dem Studium heißt es knechten, und zwar für wenig Geld“  kann man sicher streiten, denn das kommt sehr stark auf den Vergleichsmaßstab an. Ob man als Anfänger in der Spiegel-Online-Redaktion soviel mehr verdient, wie in einer PR-Agentur? Für alle, die sich bei uns wegen einem Job bewerben wollen, sei nur eines klar gestellt: PR für Stützstrümpfe muss bei uns nicht gemacht werden – eher für Telekommunikations- und IT-Lösungen oder eLearning-Projekte.

Diskeeper Corporation – Dringend PR-Agentur gesucht?!

Das  CIO-Weblog  berichtet heute von einem (kleinen) PR-Gau in der IT-Branche. Da macht eine britische Softwarefirma in Eigenregie Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland, was wirklich ziemlich peinlich ist. Die wären besser beraten, wenn sie dafür Profis engagieren würden.
Denn dann wäre ihre  Pressemitteilung  zum Thema „Festplattenkrebs durch Fragmentierung“ auch kein  Mediengespött. Und auf der (eingedeutschten) Unternehmenswebsite würde man nicht solche Schreibfehler wie „Journalistens„, Lösungen für den „Oftenlichen Sektor“ oder „Wissenswertes über unser Uternehmen“ finden. Besonders peinlich wirkt da auch die Pressemitteilung mit der Überschrift „Diskeeper Corporation Europe bleibt mit einer neuen gefälligeren Website in vorderster Linie des Marktes„.

So wird das nichts.

Weblog als Papierkorb für Pressemitteilungen

Es wird ja gerne gesagt, dass 90 % aller Pressemitteilungen in den Redaktionspapierkörben landen. Das Handy-Portalxonio.com  aus dem Hause Burda geht jetzt einen neuen Weg zur Entsorgung unbrauchbarer Zusendungen aus PR-Agenturen und Pressestellen: Sie werden in das neue Weblog „PR-Pur“ gestellt. „Hier endet die Redaktion. Dieses Blog enthält ausschließlich Pressemitteilungen, Studien, Agenturmeldungen – ungekürzt, unredigiert. Und dazu eure Kommentare„, schreiben die Journalisten.

Kann mir jemand mal das Geschäftsmodell erklären? Warum baut man eine Seite, die jeder halbwegs vernünfte Mensch weiträumig umfahren wird?„, fragt Peter Turi in seinem  Weblog. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Das Ganze ist nur ein Spaß

2. Man will Leuten wie Thomas Knüwer, die in ihrem  Weblog  gerne Pressemitteilungen aufspießen, die Arbeit erleichern und an einem Ort die schönsten Stilblüten der PR-Branche sammeln

3. Oder es ist wirklich der Versuch (ähnlich wie der  Pressemitteilung-Blog) mit Pressemitteilungen Traffic und/oder Werbeeinnahmen zu generieren.

Für die Unternehmen, die in „PR Pur“ auftauchen, hat es zumindest den Vorteil, dass sie mit ihren Pressemitteilungen bei Google besser gefunden werden.

Corporate Weblogs im Mittelstand können sich lohnen

Auf den  Saftblog  der Kelterei Walther in Sachsen hatten wir schon vor einiger  Zeit  hingewiesen. Jetzt  ist in der Freien Presse Chemnitz ein  Artikel  dazu erschienen.

Im dazugehörigen Interview (Bildschirm nach links scrollen) erläutert Geschäftsführer Jörg Holzmüller sein Weblog-Konzept und berichtet über erste Ergebnisse: „Bisher gab es auf unserer Unternehmenswebseite rund 80 Besucher pro Tag, unser Internet-Tagebuch lesen bereits 450 Nutzer. Wir registrieren auch konkrete Auswirkungen auf die Verkaufszahlen. Unser außergewöhnlichestes Produkt, der Aronia-Saft schnellte durch die rege Diskussion der gesundheitsfördernden Wirkung in kürzester Zeit vom vorletzten Platz der Verkaufsliste unserer 42 Fruchtsorten unter die Top 5.“

Wenn das nicht für Corporate Weblogs im Mittelstand spricht!

via  Exciting Commerce

Flickr als PR-Tool

Flickr – die Photocommunity im Web mit über 100 Millionen Mitgliedern – wird als PR-Tool ziemlich unterschätzt. Das meint zumindest Kevin Dugan in seinem Weblog „Strategic Public Relations“. Das Einfachste ist natürlich das Einstellen von vorhandenen PR-Bildern, die auch visuell eine Botschaft transportieren, mit entsprechenden Begleittexten und vor allem passenden Tags in Flickr. Alleine das hat – bei guten Bildern und spannenden Themen – schon einen PR-Effekt.

Dugan nennt aber insgesamt 10 Punkte und zeigt an konkreten Beispielen, wie sich Flickr für die strategische Öffentlichkeitsarbeit nutzen lässt. Darunter z.B.

  • Unterstützung beim Brainstorming für die Visualisierung von Texten
  • Einsatz als virtuelles Fotoalbum zur Begleitung von Veranstaltungen
  • Einrichten eines Flickr-Clip-Book statt aufwändiger Papierausdrucke oder riesiger E-Mail-Anhänge
  • Nutzen von Flickr als Recruiting-Instrument, um mit Hilfe von Fotos potenziellen Mitarbeitern die Unternehmenskultur einer Agentur zu zeigen
  • Mit Flickr kann man den eigenen Namen visualisieren (das ist aber m.E. mehr eine Spielerei)

Otile nOc