Erny Hildebrand ist nicht nur Gründerin von conosco und der Agentur als Autorin verbunden, sondern auch mit ihrem eigenem Unternehmen  freiraum  erfolgreich. Jüngstes Produkt: Die im  Engelsdorfer Verlag  erschienene Anthologie: „Von Unkrautsuppe und dem Einkriegezeck„. Dabei handelt es sich um Storytelling vom Feinsten.

Wie trägt sich ein Badeanzug aus Zuckersackgarn? Kann man Unkrautsuppe essen? Wie bequem ist ein stilles Örtchen ohne fließendes Wasser? Und was ist eigentlich ein Einkriegezeck? Wie war das mit dem Rohrstock in der Schule und wie mit den Streichen? Wie konnten Kinder im und nach dem Krieg ihre Eltern verlieren und wiederfinden?

Antworten auf diese und andere Fragen geben die 31 AutorInnen, die in den Schreib-Workshops von Erny Hildebrand ausgewählte Episoden aus ihren Lebenserinnerungen zusammengestellt und jetzt in der Anthologie veröffentlicht haben. „In mehr als 70 Geschichten und Gedichten erfahren wir, wie sich unsere Eltern und Großeltern als Kinder und Jugendliche in der großen Geschichte zurecht gefunden und ihren eigenen Lebensweg gesucht haben„, erzählt die Herausgeberin über das Projekt.

Die älteste Autorin wurde noch zur Kaiserzeit geboren, die Jüngste im Kalten Krieg. In ihren Erzählungen sehen sie die Geschichte, die dazwischen liegt, noch einmal mit Kinderaugen an und nehmen die Leser dabei mit in ihre Kindheit. Heute leben alle AutorInnen in Düsseldorf und der näheren Umgebung. Die Geschichten ihrer Kinderzeit jedoch haben sich in Stettin und am Bodensee, in Berlin und im Emsland, in Düsseldorf, Delmenhorst oder Halle ereignet.

Die AutorInnen, zusammen über 2000 Jahre alt, erzählen zu Beispiel, wie sie den kalten „Russlandwinter“ erlebten, als der Rhein fest zugefroren war, wie sie später aus der Evakuierung in ein zerbombtes Düsseldorf zurück kehrten, wie sie Krebse fingen, Mutproben bestanden und unbeliebten Lehrern Streiche spielten. Sie berichten aber auch von traumatischen Kriegs- und Fluchterlebnissen, vom allein sein und von der Heimkehr der Väter.

Diese Anthologie ist ein Erzählbuch, sie ist aber auch ein Lese- und Vorlesebuch„, sagt Erny Hildebrand. Und sie ist ein Buch, das dazu einlädt, selbst zu erzählen, sich von den eigenen Eltern und Großeltern erzählen zu lassen und über Generationen hinweg ins Gespräch zu kommen. Die Schreibanregungen am Ende des Buches laden die Leser dazu ein, selbst den Stift in die Hand zu nehmen. Oder ein Schreibworkshop bei freiraum zu besuchen.

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