Dass sich Twitter bei der schreibenden Zunft einer großen Beliebtheit erfreut, wissen wir spätestens seit der  ersten Liste twitternder Journalisten  in diesem Blog. Inzwischen sind  weitere solcher Listen  hinzugekommen und nun hat auch noch Claudia Sommer, Webmanagerin bei Greenpeace, die Arbeit auf sich genommen, eine  Übersicht  von zwitschernden Redakteuren und PR-Leuten anzulegen.

Und jedes Mal wächst deren Zahl weiter. „Ich komme auf knapp 200 twitternde Journalisten„, stellt  Claudia Sommerfest, relativiert angesichts des Hype um dieses Thema die Zahl aber auch gleich: „Dies ist nur ein Bruchteil aller Journalisten.“ In der Tat. Und noch eine Frage ist interessiert: Welche Journalisten twittern denn eigentlich?

Wenn man sich die Listen anschaut, würde ich sagen: In erster Linie IT-Fachjournalisten, Boulevard-Schreiberlinge und etliche Wirtschafts- und Tageszeitungsredakteure. Außerdem bloggende Freie. Bei Fachjournalisten aus anderen Branchen, die insgesamt vermutlich die Masse der Redakteure in Deutschland ausmachen, dagegen weitgehend Fehlanzeige. Bestes Beispiel sind die Logistikjournalisten.

Wir waren ja letzte Woche in München auf der Fachmesse transport logistic, um das  Cargo-Blog  für unseren Kunden SBB Cargo mit tagesaktuellen Inhalten zu füllen. Natürlich haben wir während dieser Zeit auch  getwittert. Aber neben uns gab es nur noch  @LogistikUpdate, der ebenfalls regelmäßig seine Tweets hinausschickte. Und dass, obwohl mehrere hundert Journalisten bei der Messe akkreditiert waren und die Pressekonferenzen bevölkerten.

Aber auch sonst twitterte so gut wie niemand von der weltgrößten Logistikmesse. An den technischen Voraussetzungen kann es dabei nicht gelegen haben: Die gefühlte iPhone-Dichte in der U-Bahn auf dem Weg zum Messegelände war sehr hoch. Also bleibt für mich nur das Fazit: Trotz dem Medienwirbel um den Zwitscherdienst ist Twitter noch längst nicht im Mainstream angekommen.

Auch nicht bei den Journalisten. Was uns aber nicht abhält, diesen Kommunikationskanal weiter zu nutzen und Erfahrungen damit zu sammeln. Denn bei SMS und eMail waren es am Anfang auch nur wenige, die damit gearbeitet haben.

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.